"Ich bin ja nicht weg"

Auf Wiedersehen, Prof. Brokate!

3. Dezember 2018
Professor Martin Brokate
Wohlverdient und trotzdem schade: Prof. Martin Brokate geht in den Ruhestand. Aber natürlich nicht, ohne dass die Fakultät ihn gebührend verabschiedet. Wir blicken zurück. 

 

Vor fast 19 Jahren, am 18. Februar 2000 hält Prof. Martin Brokate seine Antrittsvorlesung zum Thema "Ratenunabhängige Evolutionen" an der TUM. Seitdem ist viel passiert und er ist längst zum geschätzten Kollegen und Dozenten geworden.

Großes Engagement für die TUM

Carmen Stegmaier und Frederik Schnack von der Fachschaft MPI überreichen Prof. Brokate einen Ehrenpreis.

Als Lehrer ist Prof. Martin Brokate sogar so beliebt, dass er fast bei jeder Absolventenfeier für den Goldenen Zirkel nominiert ist. Zuletzt holt er in der Kategorie "Beste Grundlagenvorlesung" am 30. November 2018 sogar Platz 1 und 2.

Deshalb überreicht ihm die Fachschaft auch einen Ehrenpreis im Rahmen seines Festkolloquiums am 9. November 2018. Dabei würdigen ihn unter anderem die beiden ERC Grants-Preisträger Prof. Alexander Mielke (Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik) und Prof. Karl Kunisch (Universität Graz) mit wissenschaftlichen Festvorträgen. Im Anschluss findet ein Abendessen mit geladenen Gästen statt.

Prof. Karl Kunisch von der Universität Graz spricht am Festkolloquium zu Ehren von Prof. Brokate zum Thema "Stabilisation of Nonlinear Infinite-Dimensional Systems".

Am 29. November verabschieden sich die Studierenden, Doktorand*innen und Mitarbeiter*innen des TopMath-Programms und des ISAM-Graduiertenzentrums von Prof. Brokate. Schließlich hat er sich in seiner Zeit an der TUM außerordentlich engagiert – als

  • Dekan der Fakultät für Mathematik,
  • Sprecher des Elitestudiengangs TopMath und 
  • des DFG Sonderforschungsbereichs 438,
  • stellvertretender Dekan der TUM Graduate School und
  • Mitglied des Senats und des Hochschulrats.

Mehr Zeit für Mathematik

Prof. Hans-Joachim Bungartz (links), Dekan der Fakultät für Informatik, spricht das Grußwort am Festkolloquium für Prof. Martin Brokate, das Prof. Gero Friesecke (rechts) moderiert.

Eines steht fest: an der Fakultät wird Prof. Brokate fehlen. Aber wird er sie auch vermissen? "Ich bin ja nicht weg", sagt Brokate. "Doch die offene, freundliche Atmosphäre und die Diskussionen über Mathematik und Forschung werden mir schon fehlen. Ich hatte hier immer das Gefühl, dass alle zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen."

Und was hat Brokate jetzt vor? "Ich will mich mit Mathematik beschäftigen und freue mich darauf, in den Bereichen Variationsungleichungen und Optimalsteuerung weiter zu forschen. Dafür habe ich jetzt wohl mehr Zeit." Und er hat noch mehr gute Neuigkeiten: "Natürlich stehe ich der Fakultät gerne in allen Angelegenheiten beratend zur Seite. Und ich werde weiterhin im internationalen Graduiertenkolleg IGDK 1754 der Mathematik von München und Graz mitarbeiten."

Prof. Martin Brokate: Vita in Kürze

Martin Brokate studiert und promoviert an der Freien Universität Berlin. 1986 habilitiert er sich an der Universität Augsburg. Nach Professuren an den Universitäten Kaiserslautern und Kiel kommt er 1999 als Professor für numerische Mathematik und Steuerungstheorie an die TUM.

Er arbeitet auf den Gebieten der angewandten Analysis und der Optimalsteuerung. Seine Monografie mit J. Sprekels, "Hysteresis and Phase Transitions" gilt als ein Standardwerk dieses Forschungsbereichs. Er ist Mitherausgeber der Lehrbuch-Reihe "Mathematik Kompakt" und Vertrauensdozent beim Begabtenförderungswerk "Evangelisches Studienwerk Villigst".

Prof. Alexander Mielk, Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik in Berlin spricht am Festkolloquium für Martin Brokate über "Coarse Graining of Energy and Dissipation".

Prof. Alexander Mielk, Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik in Berlin spricht am Festkolloquium für Martin Brokate über "Coarse Graining of Energy and Dissipation".