Diskretisierung in Geometrie und Dynamik
SFB Transregio 109

Der Sonderforschungsbereich Transregio (SFB TRR) 109 untersucht die Diskretisierung von geometrischen Strukturen und dynamischen Prozessen. Das bedeutet, sie zerlegen glatte, geometrische Objekte - wie geschwungene Oberflächen - in einfache Grundbausteine oder kontinuierliche Prozesse - etwa Flugbahnen von Satelliten - in einfache Teilschritte.

 

Verbundprojekt Diskretisierung in Geometrie und Dynamik (DGD)

Zu dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten, transregionalen Forschungsverbund gehören neben der TU Berlin als Sprecherhochschule und der TUM als Partneruniversität führende Wissenschaftler der FU Berlin, TU Graz, TU Wien und des IST Austria. In insgesamt 17 Projekten bearbeiten über 120 Mathematiker*innen Fragestellungen zur Diskretisierung von geometrischen Strukturen und dynamischen Prozessen.

Eine solche Diskretisierung erlaubt prinzipiell die Berechnung und Analyse am Computer und wird in Gebieten wie Computergraphik, digitaler Signalverarbeitung und numerischer Simulation schon seit langem eingesetzt.

Kontakt

Diane Clayton-Winter

Diane Clayton-Winter

Team Assistant

Boltzmannstr. 3
85748 Garching b. München

Tel.: +49 (0)89 289 18352

 clayton (at) ma.tum.de

Mathematische Methoden als Zukunftstechnologie

Modell: Geschwungenes Glasdach aus geometrischen Formen

„Bisherige Methoden ermöglichen nur Näherungswerte, die für viele Aufgaben heute nicht mehr ausreichen“, erläutert der Sprecher Alexander Bobenko, Professor für Geometrie an der TU Berlin. „Um bessere Ergebnisse zu erzielen, wollen wir daher sogenannte strukturbewahrende Diskretisierungen finden, untersuchen und anwenden. Man könnte auch sagen, wir wollen nicht mehr nur einzelne Gleichungen, sondern gleich die zugrundliegenden Theorien diskretisieren“.

Konkret untersuchen die Forscher Diskretisierungen, für die es in wichtigen Aspekten keine strukturellen Unterschiede zu entsprechenden glatten Flächen oder kontinuierlichen dynamischen Prozessen gibt. So beschäftigt sich etwa ein Teilprojekt mit der Zerlegung geschwungener Oberflächen in ebene Vierecke. Damit lässt sich ein geschwungenen Glasdach konstruieren - mit einfach zu fertigenden Bauelementen. Dies ermöglicht es, eine kostengünstige und ästhetisch ansprechende architektonische Idee zu realisieren.

DFG bewilligt zweite Förderphase für SFB TRR 109

2012 erhält die Technische Universität München, gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin, rund sechs Millionen Euro von der DFG für die ersten vier Jahre des mathematischen Forschungsprojektes SFB TRR 109. 2016 wird es mit DFG-Fördermitteln in Höhe von 7 Millionen Euro um vier Jahre verlängert

„Die Fortsetzung des Sonderforschungsbereiches belegt die hervorragende Kooperation in unserem Verbund über die letzten vier Jahre und setzt mit der Erweiterung des Projektumfangs auch ein deutliches Zeichen für die Zukunft“, sagt Bobenko. „Die weitere Förderung ermöglicht es, unsere Forschung in diesem spannenden Feld der Mathematik noch weiter zu vertiefen. Auf dieses Ergebnis können wir stolz sein“, ergänzt Co-Sprecher Folkmar Bornemann, Professor für Wissenschaftliches Rechnen an der TUM.

Der Bereich „Computation“ wird in der neuen Förderperiode mit sieben Teilprojekten deutlich erweitert, um aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Zudem stärkt die DFG die Öffentlichkeitsarbeit des SFB TRR 109, besonders in den Gebieten computergestützte Medien und Film. Die Förderung des mathematischen Nachwuchses bleibt in Form zahlreicher Forschungsstellen für Doktoranden und Postdoktoranden eine wichtige zentrale Aufgabe der Projektarbeit.