Berichte über Auslandsaufenthalte


Dank der exzellenten Auslandskontakte der Fakultät für Mathematik ist es unseren TopMath-Studenten möglich, während ihres Studiums für Studien- und/oder Forschungsaufenthalte ins Ausland zu gehen. Im Folgenden finden Sie ein paar Berichte, was unsere Studenten während ihres Aufenthaltes erlebt und kennen gelernt haben.


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Da ich nur Englisch und Französisch spreche fiel mir die Auswahl des Landes recht einfach. Insbesondere da ich nachdem ich den Entschluss gefasst hatte ein Auslandssemester zu machen, bereits den Bewerbungsschluss für TUMExchange in den USA verpasst hatte. Da die Partneruniversitäten der TUM in Großbritannien sehr begrenzt sind, habe ich mich nach Rücksprache mit den Auslandsbeauftragten der TUM für Frankreich entschieden. Die École Polytechnique (l’X) ist aufgrund ihrer großen Reputation als Grande Ecole (beste Ingenieurschule Frankreichs) meine erste Wahl gewesen.
Gerade wegen der Reputation und der damit verbundenen strikten Aufnahmekriterien für französische Studenten (2 Jahre classe préparatoire) ist die Aufnahme ausländischer Studenten auch mit einem gewissen Aufwand verbunden (Notenlisten, Rankings, Motivationsschreiben, Empfehlungsschreiben, Auflistung aller Kurse mit Syllabus,…). Daher hat die Bewerbung an der Gastuniversität viel Vorbereitung (und Zeit) in Anspruch genommen.
Die Bewerbung an der TUM verlief unkompliziert. Nachdem ich alle Dokumente für die École Polytechnique zusammen hatte, habe ich diese eingereicht und noch ein abschließendes (Bewerbungs-)Gespräch an der TUM absolviert. Danach wurden meine Unterlagen von der TUM an die École Polytechnique übermittelt, die sich dann nach einiger Zeit mit einem positiven Ergebnis bei mir gemeldet haben. Ab diesem Zeitpunkt lief alle Kommunikation nur noch zwischen mir und den verschiedenen Stationen der Gastuniversität ab (Kurswahl, Unterkunft, weitere notwendige Dokumente etc.).

Die Wohnungssuche ist an der École Polytechnique sehr angenehm geregelt, da jeder Student Anspruch auf „On Campus Housing“ hat. Dieses beinhaltet je nach Einstufung in den „Cycle Ingenieur polytechnicien“ in unterschiedlichen Gebäuden, jeweils ein eigenes Zimmer (ca. 18qm inkl. Bad) und eine Gemeinschaftsküche.
Insgesamt lebt der Aufenthalt von der Interaktion mit den französischen Studenten. Diese mussten zu Beginn eine Sportart wählen (15 verschiedene zur Auswahl) und werden dann je nachdem in welchem Jahr sie sich befinden nach diesen Sportarten gruppiert. Diese Gruppen teilen sich dann o.g. Küche. So teilt man sich die Küche mit ca. 20 anderen Studenten (in meinem Fall Judoka).
Alles in allem ist das v.a. angesichts der Wohnsituation in Paris ein SEHR ANGENEHMER Weg an eine Wohnung zu kommen (Mietniveau ca. München, wohingegen Paris insgesamt deutlich teurer ist).

Meine Sprachkenntnisse vor dem Aufenthalt haben sich auf 5 Jahr Schulfranzösisch, 5 Jahre Pause und einen B1-Kurs an der TUM im Semester davor beschränkt. Grundsätzlich werden viele Kurse, gerade auf Masterniveau in Englisch angeboten bzw. ist zumindest das Skript auf Englisch. Dies erleichtert den Einstieg ungemein, allerdings ist aus meiner Erfahrung gerade durch den engen Kontakt mit den Franzosen (Gemeinschaftsküche) der Wortschatz nach ca. 3 Wochen wieder auf einem „brauchbaren“ Niveau.
Die Aufteilung des Jahres erfolgt in Trimestern (bzw. sogar in halbe Trimester). Diese sind im Vergleich zu Deutschland versetzt und sogar innerhalb der Hochschule (das zweite Jahr beginnt früher als das Dritte). In meinem Fall (3. Jahr) begann das akademische Jahr am 1. September (zusammen mit den Vorlesungen) und die 1. Periode (1/2 Trimester) endete vor Weihnachten mit einer Klausurwoche für alle direkt vor den Weihnachtsferien. Insgesamt ist dieses im Vergleich zu Deutschland leicht versetzte akademische Jahr aber gut machbar, insbesondere wenn man 2 Perioden (1 Trimester) an der École Polytechnique studiert, dann ist man Anfang/Mitte März fertig (mit ca. 40 ECTS).
Folgt man der Kurswahl der École Polytechnique (keine Pflicht, ich habe das aber der Einfachheit halber getan), so hat man pro Periode 4 „Fachvorlesungen“, 1 überfachliches Seminar (HSS: Humanities and Social Sciences) und bis zu 2 Sprachkurse (Französisch für Ausländer+ freie Wahl) zu wählen. Jeder der Fachkurse bringt im Schnitt 4 ECTS, die Sprachkurse 3 und das HSS-Seminar zwischen 1 und 4 ECTS.
Was die Prüfungen angeht so wird grundsätzlichen zwischen schriftlich (3 Stunden) und mündlich (Abgabeeines Berichts über ein vorher zu bearbeitendes Thema ca.10-20 Seiten + mündliche Prüfung ca. 20 Minuten) unterschieden. Meiner (nichtrepräsentativen) Erfahrung nach (3x mündlich, 1x schriftlich) sind die mündlichen Klausuren (trotz des Berichts) den Schriftlichen vorzuziehen ;).
Für die Sprachkurse findet zu Beginn des Jahres ein Einstufungstest statt. Danach wird man gemäß seines Niveaus für einen Sprachkurs eingeteilt. Am Ende einer jeden Periode schließt sich eine Klausur (mündlich oder schriftlich) an. Nach jedem Trimester hat man die Möglichkeit durch einen international anerkannten Test (TOEFL, DELF,…) sein Sprachniveau zusätzlich bestätigt zu bekommen.
Nicht selten kommt es vor, dass man zu Beginn der Periode seinen Stundenplan noch einmal ändern muss, da es viele Kurse mit Anwesenheitspflicht gibt und daher Überschneidungen schlecht handhabbar sind. Seitens der École Polytechnique ist das aber problemlos möglich (zumindest in der 1. Woche, da sonst die Anwesenheitspflicht zuschlägt). Die notwendige Änderung des Learning Agreements wurde auch problemlos durchgeführt.
Für mich als Mathematikstudent war die technische Ausstattung der Hochschule (in den Labors) eher zweitrangig. Allerdings verfügt jeder Student auf seinem Zimmer über (schnelles) Internet via einem LAN-Anschluss und auf dem gesamten Campusgelände steht WLAN via „eduroam“ zur Verfügung. Daneben gibt es natürlich eine Mensa (Mo-Fr. Frühstück, Mittagessen, Abendessen) und auch eine kleine Cafeteria.
Der Campus liegt ca. 30 Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln südlich von Paris. Dies ist also jederzeit sehr gut erreichbar (Mo-Do: letzte Metro nach Hauseca. 23.30). Der Nachteil dieses etwas abgelegenen Campus ist die fehlende Einkaufsmöglichkeit. Der nächste Supermarkt liegt 2 Metrostationen (oder eine kurze Busfahrt) entfernt. Allerdings wird man durch ein gemeinschaftlich gemanagtes Einkaufssystem in der Küche mit den nötigsten Lebensmitteln versorgt.

Sportlich ist an der École Polytechnique viel geboten. Grundsätzlich kann man an jeder der 15 Sportarten kostenlos teilnehmen (Tauglichkeitsbescheinigung des ansässigen Arztes vorausgesetzt). Dies umfasst dreimal 2 Stunden Training pro Woche. Daneben gibt es noch den sogenannten CSX („Club Sportif de l’X“) über diesen man gegen eine nicht unerhebliche Gebühr noch an weiteren ca. 10 Sportarten teilnehmen kann, sowie ein Fitnessstudio.
Grundsätzlich ist Sport an der École Polytechnique sehr zu empfehlen, da sich auch die französischen Studenten sehr mit ihrer Sportart identifizieren und man so leichter/schneller Kontakte knüpfen kann. Durch den einfachen Zugang zu Sport, sowie den gemeinsamen Küchen und vielen außeruniversitären Aktivitäten auf dem Campus wird einem die Integration eigentlich recht einfach gemacht (eigener Wille + Engagement vorausgesetzt). Ich kann nur empfehlen an so viel wie möglich (auch Außeruniversitärem) teilzunehmen und die Vielfalt des Campuslebens auszunutzen.
Ich glaube über die Lebensqualität muss man mit Paris direkt vor der Haustür nicht viele Worte verlieren ;)

Während der fachliche Kompetenzgewinn stark an den gewählten Kursen hängt, ist ein sozialer, sprachlicher und kultureller Mehrwert allerdings mit Sicherheit gegeben. Insbesondere die omnipräsente militärische Komponente war für mich ein Novum mit dem man umgehen lernen muss. Der Mehrwert für die (speziell nichtuniversitäre) weitere berufliche Laufbahn, die einem ein Aufenthalt an Frankreichs prestigeträchtigster Hochschule bringt, muss glaube ich auch nicht weiter erläutert werden.

Das wichtigste, das man mitbringen sollte ist: Geduld! Die Französische Bürokratie ist sehr langsam und aufwändig. Insbesondere das sog. CAF (frz. Wohngeld auf das man auch als Deutscher mit Wohnsitz in Frankreich Anspruch hat) erfordert sehr viel Papierkrieg und Geduld. Hierzu wäre es z.B. wichtig gewesen zu wissen, dass eine internationale Geburtsurkunde vorgezeigt werden muss.
Die Bürokratie macht zwar auch vor der Hochschule selbst keinen Halt (auch hier viele Formulare), allerdings sind die verantwortlichen Personen hier meist sehr hilfsbereit, sodass man dies eigentlich recht gut hinbekommt. Auf dem Campus befinden sich außerdem 3 französische Banken (ein französisches Konto ist sowohl für das CAF als auch für einen gültigen Mietvertrag notwendig), daher gehört ein Gang zur Bank definitiv zu einer der ersten Tätigkeiten auf dem Campus. Die Wahl ist relativ egal, da man bei jeder das nötige Konto mit Scheckheft zeitnah bekommt und internationale Überweisungen bei jeder Bank gleich lang dauern. In diesem Sinne: Chauffe-toi!

Christoph Weber

10. TopMath-Jahrgang (WS 2013/14)


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Im Wintersemester 2013/14 verbrachte ich ein Erasmus-Auslandssemester an der Universidad Complutense de Madrid (UCM), motiviert durch die Möglichkeit der Erweiterung meiner Spanischkenntnisse sowie durch den kulturellen Austausch. Das Semester direkt nach dem Abschluss des Bachelors erschien mir geeignet, da ich so noch einen abwechslungsreichen Einschnitt vor der danach beginnenden TopMath-Promotion hatte. Aufgrund der guten Studienbedingungen und der unkomplizierten Bewerbung über das Erasmus-Programm entschied ich mich für Spanien und die Landeshauptstadt Madrid wegen der sich bietenden Studien- und Reisemöglichkeiten, des kulturellen Angebots und des dort gesprochenen, nahezu akzentfreien Spanisch.
Die Bewerbung und Anmeldung verlief relativ einfach, nicht zuletzt wegen der guten Betreuung seitens der Fakultät. Als Vorbereitung frischte ich meine Spanischkenntnisse ein Semester lang im B1-Kurs an der TUM auf und meldete mich für den kostenlosen, zweiwöchigen Sprachkurs vor Ort an. In Madrid konnte ich bereits nach wenigen Tagen in eine Wohngemeinschaft mit acht internationalen Mitbewohnern einziehen. Die Wohnung befand sich in zentraler Lage und wurde – typisch für Madrid – vom Eigentümer zimmerweise vermietet.

Ich war während meines Auslandsaufenthalts an der TUM in den TopMath-Master eingeschrieben und wollte deshalb an der UCM Veranstaltungen besuchen, die ich in das Modul „Mathematik mit interdisziplinärem Bezug“ einbringen konnte. Letztendlich waren dies „Maschinelles Lernen“ im Informatik-Bachelor, „Kryptographie“ aus dem Bachelor „Angewandte Mathematik“ und zwei Vorlesungen (Numerik, dynamische Systeme) aus dem Master „Angewandte Mathematik“ und somit alle recht unterschiedlich. Alle Vorlesungen wurden auf Spanisch abgehalten und fanden in kleinen Klassen von 10 bis 30 Studenten statt. Durch die unterschiedlichen Veranstaltungszeiträume verbrachte ich insgesamt fast sieben Monate in Spanien, wogegen der Großteil der Wintersemester-Austauschstudenten schon gegen Anfang Februar wieder in sein Heimatland zurückkehrte.
Die Prüfungen waren recht unterschiedlich gehalten: Teilnahme an Programmierübungen unter dem Semester und schriftliche Ausarbeitung eines Projekts mit Präsentation auf Spanisch in Informatik, eine dreistündige Klausur in Kryptographie, eine Mischung aus Abgaben und Klausur mit Programmier- und schriftlichen Anteilen im Master. Das Niveau ist im Vergleich zur TUM ein bisschen niedriger; meiner Wahrnehmung nach wird etwas weniger Wert auf fundierte mathematische Begründungen gelegt. Grundsätzlich ist es wohl leichter, geeignete Vorlesungen zu finden, wenn man noch im Bachelor ist. Im Bereich meiner Spezialisierung (Nichtlineare Optimierung/Numerik) hätte ich aufgrund des etwas niedrigeren Niveaus der UCM wohl kaum noch etwas Neues lernen können, obwohl das Angebot der UCM zu den besten in Spanien zählt. Auch deswegen belegte ich Vorlesungen abseits meines Schwerpunkts.

Das Leben in Madrid gefiel mir ausgesprochen gut. Es handelt sich um eine Metropole mit entsprechend vielen Möglichkeiten. Trotz der Größe war alles recht entspannt, was vielleicht auch an der Lebenseinstellung der Spanier liegt. Für viele Madrilenen sind die unzähligen Bars ihre Wohnzimmer; entsprechend findet man Möglichkeiten, sehr günstig etwas zu trinken und Tapas zu essen. Kulturell und touristisch ist auch jede Menge geboten. In der Hauptstadt gibt es große Museen wie den Prado, Parks, Theater und die Oper, Musicals und Konzerte, Sportstätten wie das Estadio Santiago Bernabéu, verschiedene Restaurants und ein pulsierendes Nachtleben, sodass für jeden Geschmack etwas geboten sein sollte. Auffällig sind auch die vielen Lokalitäten, in denen Livemusik gespielt wird.
An der UCM gibt es das Erasmus Student Network (ESN), das zahlreiche, kostengünstige Ausflüge und Veranstaltungen für die Austauschstudenten organisiert. Damit bietet sich einem die Möglichkeit, die Stadt und andere Studenten kennen zu lernen. Madrid ist durch Busse, Züge und den Flughafen extrem gut (und auch recht günstig) angeschlossen und liegt sehr zentral. Mit ESN und in privater Organisation machte ich Ausflüge bzw. kleine Reisen nach Salamanca, Andalusien, Valencia, Galizien, zu Städten in der Umgebung Madrids und ins Baskenland sowie in das Weinbaugebiet Ribera del Duero. Gerade die andalusischen Städte Sevilla und Granada fand ich wegen ihres Ambientes und ihrer zum Teil arabischen Geschichte spannend. Insofern habe ich in den knapp sieben Monaten nicht nur Madrid, sondern auch weite Teile Spaniens und seine Vielfalt kennen und schätzen gelernt. Es blieb auch genug Zeit mich weiteren Interessen zu widmen. Besonders auf Reisen konnte ich viel fotografieren und die Musik kam durch Jamsessions und Gitarrespielen im Wohnzimmer nicht zu kurz.

Mit meinem Aufenthalt in Spanien bin ich mehr als zufrieden. Ich konnte mein sprachliches Niveau deutlich verbessern: Vor dem Aufenthalt beherrschte ich zwar einen Großteil der Grammatik, es mangelte mir allerdings sehr an Sprachpraxis und Vokabular. Am Ende konnte ich mich dann auch mit Muttersprachlern fließend über unterschiedliche Themen unterhalten und es war selbstverständlicher Spanisch zu sprechen als Englisch. Die Sprachkenntnis ermöglichte es mir, andere Ausländer und Spanier besser kennen zu lernen. In meiner Wohnung waren allein schon fünf Nationen vertreten und insgesamt hatte ich mit Leuten aus allen möglichen Ländern (hauptsächlich aus Europa und Amerika) zu tun. Dies ergab mir interessante Einblicke in das Leben dort, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und die Sorgen und Lebenseinstellungen. Alles in allem war dieses Auslandssemester als sehr gewinnbringend anzusehen. Ich kehrte mit vielen guten Erfahrungen nach München zurück. Diese wirken sich sicher auf meinen Lebensstil und meine persönliche Einstellungen aus. Aus akademischer Sicht ließ mir das Semester Zeit, ein wenig durchzuschnaufen und mir eine noch umfassendere Bildung zu verschaffen. Hervorzuheben sind der enorme Gewinn an Sprachkenntnis und die Kontakte in alle Welt. Auch Madrid ist aus meiner Sicht nahezu uneingeschränkt zu empfehlen. Die Stadt ist ein Erlebnis, man lernt eine weltweit viel gesprochene Sprache, ein interessantes Land und ein nettes Volk kennen. Die UCM gehört zu den besten Universitäten Spaniens, man ist also auch als Student gut aufgehoben. Wer nicht zu sehr an deutschen Gepflogenheiten haftet, wird die Lebensart der Spanier mögen und sich wohlfühlen. Reisen durch das ganze Land geben weitere Einblicke und bleibende Erinnerungen.

Sebastian Garreis

9. TopMath-Jahrgang (WS 2012/13)


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Im Rahmen eines Teilprojekts meiner Promotion mit Prof. Konstantin Mischaikow und Jason Mireles James von der Rutgers University in New Jersey, USA habe ich mich unter anderem auch mit den Arbeiten von Jean-Phillipe Lessard von der Université Laval in Québec beschäftigt. Nachdem ich das Projekt auf einem Auslandssemester im Herbst 2010 an der Rutgers University begonnen hatte, habe ich auf einem erneuten Forschungsbesuch im Herbst 2011 in New Jersey, der dankenswerterweise auch von TopMath unterstützt wurde, die Bekanntschaft von Herrn Lessard gemacht. Im Anschluss hat dieser Herrn James und mich im darauffolgenden Frühjahr auf einen Forschungsbesuch nach Québec eingeladen, um intensiver an der Thematik arbeiten zu können.

Das Ziel des Projekts ist eine Methode zur Validierung von verbindenden Orbits zwischen bestimmten invarianten Mengen in dynamischen Systemen zu finden, die bestehende Methoden aus Arbeiten der genannten Personen zusammen mit Prof. Jan-Bouwe van den Berg von Vrijen Universiteit Amsterdam verallgemeinert. Der Anschauung halber kann man sich vorstellen, dass die Existenz solcher Orbits zum Beispiel die Ausbildung bestimmter Muster in chemischen Reaktionen nach sich zieht und somit auch von der Anwendungsseite her sehr interessant ist.

Nachdem die Zusammenarbeit in der Zwischenzeit in zahlreichen Skype Konferenzen fortgeführt wurde, konnte im Mai 2012 ein 10-tägiger Besuch realisiert werden. Dort zeigte sich, dass man in der malerischen Stadt Québec nicht nur hervorragend essen, sondern auch ausgezeichnet Mathematik betreiben kann. Dabei habe ich sehr genossen, dass ich sehr offen und freundlich in die dortige Arbeitsgruppe aufgenommen wurde, was mir auch zahlreiche Gelegenheiten bot an meinem Französisch zu arbeiten. Die Kollegen bewiesen neben fachlicher Stärken auch beachtliche Qualitäten auf dem Squash Court, womit auch für den nötigen sportlichen Ausgleich gesorgt war. Im herrlichen Frühsommerflair der zweitgrößten Stadt des französischen Nordamerika nach Montreal führte dieser Aufenthalt dann dank der begeisterten Zusammenarbeit aller Beteiligten zu einer entscheidenden neuen Idee. Kurzgesagt bestand sie im Wechsel der Diskretisierung eines bestimmten Operators durch lineare Splines zu Diskretisierung mit Hilfe von Chebyshevreihen. Es stellte sich heraus, dass dieser Schritt sehr vielversprechend ist und den Weg zur Anwendung vieler Techniken aus dem Bereich der Faltungsalgebren eröffnet. So war schnell klar, dass hieraus eine Veröffentlichung entstehen soll.
Dank der Unterstützung durch meinen Betreuer Prof. Oliver Junge und TopMath konnte dann auch ein zweiter 14-tägiger Aufenthalt im schönen Québec im November 2012 angetreten werden, der der Finalisierung des seit Mai schon gut gediehenen Papers dienen sollte. Nach erfolgreichen zwei Wochen mit vielen neuen Einsichten war die Arbeit dann fertig für den letzten Schliff und steht jetzt im Januar 2013 kurz vor der Einreichung.

Abschließend betrachtet hat mir diese wissenschaftliche Kooperation zwischen den Kontinenten nicht nur viele persönliche Gewinne gebracht, sondern auch die Gelegenheit geboten in eine Forschungsgemeinschaft hineinzuwachsen, in der ich mich unter Umständen im Rahmen meines Postdocs bei Prof. van den Berg an der Vrijen Universiteit Amsterdam noch länger aufhalten werde.

Christian Reinhardt

5. TopMath-Jahrgang (WS 2008/09)


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Von Anfang August bis Ende Oktober 2012 verbrachte ich einen Aufenthalt als Gastforscher in der Arbeitsgruppe von Prof. Vershynin an der University of Michigan in Ann Arbor, USA. Die Universität wurde in Detroit gegründet und zog später nach Ann Arbor, einer Kleinstadt gut 40 Kilometer von Detroit entfernt.
Nachdem sich Ende Januar 2012 die Möglichkeit für diesen Aufenthalt ergeben hatte, begann ich im Februar mit den notwendigen Planungen und Reisevorbereitungen. Um sich an der Universität als Gaststudent bzw. Forscher immatrikulieren zu können, benötigte ich ein Visum für die USA, welches ich mithilfe des dortigen Departments für Mathematik beantragen konnte und schließlich im Generalkonsulat München ausgestellt bekam. Verglichen mit allen anderen Reisevorbereitungen war der Visumsantrag sicherlich mit dem größten Arbeits- und Zeitaufwand verbunden und hat rund drei Monate in Anspruch genommen. Darüber hinaus empfehle ich allen, die vor einer ähnlichen Planungsaufgabe stehen, sich so früh wie möglich um eine Unterkunft und den Flug zu kümmern. Hierbei lässt sich nicht nur ein beträchtlicher Betrag an Kosten sparen, vielmehr ist ein frühzeitiges Organisieren ohne Zeitdruck wesentlich nervenschonender. Mehr Worte möchte ich über die notwendigen Reisevorbereitungen nicht verlieren, sondern nun meine Erfahrungen und Erlebnisse während des Aufenthalts beschreiben.
Bereits am letzten Julitag machte ich mich mit dem Zug in Richtung Frankfurt auf den Weg, um am ersten August nonstop von Frankfurt nach Detroit zu fliegen und anschließend mit dem Flughafenshuttle nach Ann Arbor zu gelangen. Trotz der sehr gründlichen Reisevorbereitungen war ich sehr gespannt, ob bezüglich meiner Planungen alles wie gewünscht klappen würde. Schließlich kam ich nach rund 20 Stunden Anreise müde, aber erleichtert in meiner Unterkunft an. Am nächsten Tag traf ich mich mit Prof. Vershynin, meinem Betreuer vor Ort, und Yaniv Plan, einem Postdoc aus seiner Arbeitsgruppe. Von beiden wurde ich sehr herzlich empfangen und im gemeinsamen Gespräch legten wir den groben Plan für die kommenden drei Monate fest. Kurz gesagt drehte es sich um Fragestellungen im Schnittbereich von Smoothed Analysis und diskreter Geometrie, was sich im Fokus meines eigenen Interesses befindet. Das Gästebüro, das ich während meines Aufenthalts nutzen konnte, war mit allen notwendigen Arbeitsgeräten ausgestattet und bot mir somit stets optimale Arbeitsbedingungen. Die ersten Tage meines Aufenthalts nutzte ich zur Einarbeitung in die besprochenen Themen, aber natürlich auch zur Erkundung des Campus und der Gegend um meine Wohnung. Hierbei stellte sich heraus, dass ich mit der Wahl meiner Unterkunft großes Glück hatte, denn der Bus zum Campus fuhr fast direkt vor der Haustür ab und der nächste Supermarkt war ebenfalls nur wenige Gehminuten entfernt. Wenn man bedenkt, dass einem natürlich nicht wie jedem Amerikaner stets ein Auto zur Verfügung steht, weiß man dies in drei Monaten wirklich sehr zu schätzen. Ebenfalls sehr positiv war, dass der nächste Park zum Joggen in Fußreichweite lag. Trotz der recht guten Busverbindung zum Campus habe ich mir dennoch ein Fahrrad für die Zeit meines Aufenthalts geliehen, um wenigstens etwas Mobilität zu besitzen.
Neben einer sehr intensiven Beschäftigung mit mathematischen Fragestellungen nutze ich meine Freizeit nach der Uni wie auch an den Wochenenden zur Erkundung der Stadt selbst, der näheren Umgebung sowie der Gegend um die großen Seen. Dabei hatte ich großes Glück, bereits zu Beginn meines Aufenthalts einen anderen Gastforscher zu treffen, der ebenfalls Anfang August an die Universität gekommen war und daher bei den Ausflügen gerne dabei war. Zum einen sind Ausflüge zu zweit wesentlich interessanter und abwechslungsreicher. Zum anderen merkt man natürlich auch, dass sich dadurch die Kosten für ein Mietauto und eventuell notwendige Übernachtungen halbieren. Diese Unternehmungen führten mich unter anderem zu den „Sleeping Bear Dunes“ im Norden Michigans. Dabei handelt es sich um ein Dünengebiet direkt am Ufer des Lake Michigan, welches in der letzten Eiszeit entstanden ist. Darüber hinaus nutzte ich die Gelegenheit für einen Segeltrip in der Bucht der Stadt „Traverse City“, einem beliebten Ausflugsziel im Sommer. Im Vergleich zu Deutschland sind die Entfernungen in den USA einfach enorm. Eine Reise vom Süden in den Norden Michigans ist beispielsweise schon fast vergleichbar mit einer Süd-Nord-Durchquerung Deutschlands. Darüber hinaus machte es die Lage von Ann Arbor natürlich zu einem absoluten Muss, einen Abstecher nach Detroit zu unternehmen. Meine Erwartungen an Detroit waren dabei eher verhalten, vor allem geprägt durch das allgemeine Image der sogenannten „Motor City“. Insgesamt hat mich der Ausflug in die Stadt an der kanadischen Grenze aber sehr überrascht - es muss sich hier in den vergangenen Jahren wirklich viel getan haben. Selbst im Gegensatz zu manchen Beschreibungen des Reiseführers präsentierte sich das Stadtzentrum an vielen Stellen als frisch renoviert und sonst auch sehr sauber. Des Weiteren fand während meines Besuchs ein Jazzfestival statt, durch welches sich Detroit als Stadt mit wirklich großartigem amerikanischem Flair präsentierte.
Mit dem Beginn des neuen Studienjahres im September begann auch wieder die Footballsaison. Diese Gelegenheit nutzte ich zu einem Besuch des „Big House“, dem Footballstadion der Universität. Der Name kommt natürlich nicht von ungefähr, denn es handelt sich hierbei um das größte Footballstadion in Nordamerika mit einer Zuschauerkapazität von rund 110.000 Besuchern. Bei Interesse könnte also ganz Ann Arbor ein Spiel seiner Heimmannschaft direkt im Stadion verfolgen. Allein schon dieser Umstand macht den Besuch eines Footballspiels zu einem wahren Erlebnis. Außerdem ist es natürlich auch sehr interessant, die Stimmung im Stadion einzufangen und die Fans beim Anfeuern der eigenen Mannschaft zu erleben.
Insgesamt kann ich auf eine sehr interessante und intensive Zeit in den USA zurückblicken. Der nicht unerhebliche organisatorische Aufwand vor dem Aufenthalt hat sich auf jeden Fall gelohnt und die Eindrücke und Erfahrungen, welche ich während dieser drei Monate gewinnen konnte, möchte ich nicht mehr missen. Aus diesem Grund bleibt mir an dieser Stelle nur, allen beteiligten Personen zu danken, welche diesen Aufenthalt möglich gemacht haben.

Benedict Dingfelder

6. TopMath-Jahrgang (WS 2009/10)


Forschungsaufenthalt an der University of Stellenbosch, Südafrika bei Prof. André Weideman zur gemeinsamen Publikation über numerische Inversion von Laplacetransformierten, 5. – 24. November 2012

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Im Zuge meiner Bachelorarbeit las ich diverse Veröffentlichungen von Prof. André Weideman von der University of Stellenbosch. Ich kontaktierte ihn bezüglich diverser Rückfragen und insbesondere dem Zusammenhang zweier Publikationen. Es ergab sich, dass ein Teil der Theorie bis dato unveröffentlicht blieb und lediglich deren Ergebnisse genutzt wurden. Daraufhin erhielt ich von Herrn Weideman das Angebot gemeinsam diese Lücke zu schließen und noch weiter auf diesem Gebiet zu arbeiten. Erfreut und dankend nahm ich diese Gelegenheit wahr und reiste bald darauf nach Südafrika . Von Anfang an wurde ich von allen Beteiligten sehr freundlich und wohlwollend empfangen. Herr Weideman organisierte ein Appartement bei einer älteren Dame für mich, zeigte mir die nähere Umgebung und führte mich in die Arbeit ein. Wir erarbeiteten einen Plan für die nächsten drei Wochen, steckten Ziele und legten Marschrouten fest. Mein Arbeitsplatz befand sich in einem Büro mit drei weiteren Doktorandinnen und Doktoranden, welche mich sehr freundlich aufnahmen. Bei gemeinsam verbrachten Mittagspausen lernte ich ihr unter anderem ihr Leben in Südafrika kennen, da sie allesamt von dort stammten. Ich bin sehr froh darüber, in einen derart guten und intensiven Kontakt mit Einheimischen getreten zu sein, da man durch sie die Eigenheiten des Landes eben doch am Besten kennenlernt. Die Arbeitszeit verging stets schnell und produktiv. Prof. Weideman und ich arbeiteten an vielerlei Ideen, verfolgten Holzwege und Sackgassen, und erarbeiteten zusammen eine letztlich passende Theorie, welche aussagekrätiger und umfassender ist, als zu Beginn angenommen. Die Arbeit an der Publikation wurde begonnen und zu einem großen Teil verfasst, auch wenn es in der Kürze der drei Wochen nicht für den letzten Feinschliff gereicht hat. Herr Weideman war sowohl für allerlei Fragen fachlicher Natur als auch Fragen über Land und Leute stets aufgeschlossen und sehr hilfsbereit. Seine Tür stand mir immer offen und ich habe die ergebnisreiche und intensive Zusammenarbeit sehr genossen. Da die Werktage größtenteils mit wissenschaftlicher Arbeit verbracht wurden und nach Aussagen der Einheimischen die Sicherheitslage Ausflüge einer einzelnen Person nach Anbruch der Dunkelheit nicht erlaubt, verschoben sich die freizeitlichen Aktivitäten überwiegend auf die Wochenenden. Dankend möchte ich hervorheben, dass Prof. Weideman sich auch hierum stets bemühte, mit mir beispielsweise gemeinsam eine Wandertour in einem Naturreservat und einen Besuch des Tafelbergs unternahm sowie mich für eine Besichtigungstour nach Kapstadt mit dem Auto fuhr und von dort auch wieder abholte. All dies erachtete ich keinesfalls als selbstverständlich und war sehr froh über seine Hilfsbereitschaft. Ich habe die Zeit in Südafrika sehr genossen, wenn auch in Anbetracht der reichhaltigen Möglichkeiten, die Zeit für die Erkundung des Landes zu knapp gewesen ist. Ich danke Prof. Weideman für dieses großartige Angebot der gemeinsamen Zusammenarbeit und hoffe, dass sich diese in weiteren Arbeiten vertiefen lässt.

Benedict Dingfelder

8. TopMath-Jahrgang (WS 2011/12)

Vom Anfang Januar bis Ende März 2012 habe ich einen Auslandsaufenthalt in Frankreich absolviert und an dem Trimester “Geometry and Analysis of Surface Group Representations” am Institut Henri Poincaré (IHP) teilgenommen. Die Kosten des Aufenthalts wurden teilweise vom TopMath-Programm und dem Trimester übernommen.
Meine Beweggründe waren weder die runden Geburtstage, die diversen Deutschland und Frankreich verbindenden Institutionen derzeit berechtigten Grund zum Feiern gibt, noch der Wunsch, einen Präsidentschaftswahlkampf aus nächster Nähe zu erleben, sondern wissenschaftliche: Neben der allgemeinen mathematischen Bildung, die die Beschäftigung mit einem so vielschichtigen Thema wie Flächengruppen und ihren Darstellungen mit sich bringt, war meine eigentliche Motivation meine Arbeit an einem offenen Problem über das quantitative Verhalten der Torsion in der eindimensionalen Homologie eines 2-dimensionalen zufälligen Simplizialkomplexes. Es geht vor allem darum, zu erklären, warum die Homologie solch eines Simplizialkomplexes auf einer n-elementigen Grundmenge oberhalb einer Dreiecks-Existenzwahrscheinlichkeit von ungefähr log n / n mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Torsion enthält. Sobald das bewiesen ist, folgt, dass eine bislang nur für Körperkoeffizienten bewiesene 2-dimensionale Verallgemeinerung eines zentralen Ergebnisses über Zufallsgraphen auch für Homologie mit ganzzahligen Koeffizienten unverändert Bestand hat. So selbstverständlich die Seltenheit von Torsion angesichts der üblichen Definitionen und Charakterisierungen auch scheint---beschämenderweise gibt es immer noch keinen vollständigen Beweis dafür. Zwischen diesem Problem und dem Trimester gab es folgende Verbindungen:
Zum einen ist das einzige Gebiet, in dem Torsion in der eindimensionalen Homologie unter quantitativen Gesichtspunkten bisher ein Forschungsthema gewesen ist, die Theorie der 3-Mannigfaltigkeiten, insbesondere der Knotenkomplemente. Stichworte hierzu sind z.B. analytic torsion, Milnor-Turaev-Torsion und Reidemeister-Torsion. Es gab in dieser Hinsicht inhaltliche wie personelle Berührungspunke mit dem Trimester: Für die Theorie der 3-Mannigfaltigkeiten haben Flächen(-gruppen) mehr als nur Randbedeutung. So wird etwa die weiter unten erwähnte “virtually Haken conjecture” unter Benutzung eingebetteter inkompressibler Flächen formuliert. An dem Trimester waren französische Mathematiker beteiligt, die über das Wachstum der Torsion in der eindimensionalen Homologie von 3-Mannigfaltigkeiten (insb. Knotenkomplemente) gearbeitet haben.
Zum anderen stößt man bei direkten Versuchen, die Abwesenheit von Torsion in einem Zufallskomplex zu zeigen (Versuch eines direkten geometrischen Arguments, dass wenn ein Homologieklassenvertreter h nach Multiplikation mit einem Vielfachen ein Rand ist, dafür ein “sperriger” struktureller Grund vorliegen muss, der mit hoher Wahrscheinlichkeit von so vielen weiteren Dreiecken “verschmutzt” ist, dass h sogar selbst ein Rand ist), auf das Problem, “kanonische” Vertreter einer Homologieklasse auszuwählen. Bei meinen Studien zu diesem Thema war ich wiederholt auf Themen gestoßen, die in dem Trimester eine grundlegende Rolle spielten. Zwei Beispiele: Ein Beweis für den so anschaulichen Satz, dass zwei in einer Fläche frei homotope essenzielle geschlossene einfache Kurven sogar isotop sind, wird üblicherweise anhand von Hochhebungen der beiden Kurven in die hyperbolische Ebene geführt (ein grundlegendes Objekt für das Trimester); ein Beweis dafür, dass jede primitive eindimensionale Homologieklasse einer geschlossenen orientierbaren Fläche durch eine geschlossene einfache Kurve vertreten wird, macht Gebrauch von den Schraubungen entlang geschlossener einfacher Kurven, die von Dehn im Zuge seiner Arbeiten über die Gruppe der Abbildungsklassen (ein zentrales Thema des Trimesters) eingeführt wurden.
Wenn man es auch in dem mich interessierenden Wahrscheinlichkeitsraum von 2-Komplexen (jedes mögliche 2-Simplex auf n Ecken gleich wahrscheinlich) so ohne weiteres weder mit Flächen, noch mit Knotenkomplementen zu tun hat, bot das Trimester dennoch eine seltene Kombination aus inhaltlicher und geographischer Nähe, bei gleichzeitiger allgemeiner mathematischer Horizonterweiterung. Ich habe aus den Kursen und Gesprächen einiges gelernt.
Eine Zeit lang versuchte ich, andere Teilnehmer für folgende anscheinend neue Fragestellung zu interessieren: In der Theorie der Abbildungsklassen von Flächen spielt ein unendlicher abstrakter Simplizialkomplex eine Rolle, der Kurvenkomplex (engl. curve complex) genannt wird. Er ist für jede Fläche definiert: Seine Ecken sind die Isotopieklassen von Kurven, und zwei Ecken sind genau dann durch eine Kante verbunden, wenn die zugehörigen Isotopieklassen geometrische Schnittzahl null haben. Grob gesprochen: Die Ecken sind die wesentlich verschiedenen Kurven auf der Fläche, zwei Kurven sind adjazent, wenn sie sich nicht schneiden. Das 1-Skelett des Kurvenkomplexes ist ein abzählbar-unendlicher Graph, der nicht lokal-endlich ist; es hat sogar jeder Knoten unendlichen Grad. Seine Cliquenzahl (im graphentheoretischen Sinn) jedoch ist endlich. Mit dem Wegfall dieses trivialen Grunds für unendliche chromatische Zahl erhebt sich die aus graphentheoretischer Sicht natürliche Frage nach Endlichkeit und gegebenenfalls Abhängigkeit der chromatischen Zahl von Geschlecht und Anzahl der Randkomponenten der zugrundeliegenden (als orientierbar angenommenen) Fläche. (Ein bekannteres Beispiel für einen nicht lokal-endlichen Graphen mit endlicher Cliquenzahl und endlicher aber nicht exakt bekannter chromatischer Zahl ist der “unit-distance-graph” der Ebene.) Es lässt sich zeigen, dass auch für das 1-Skelett des Kurvenkomplexes die chromatische Zahl dieses Graphen endlich ist. Nach einem Satz von De Brujn und Erdős ist diese chromatische Zahl gleich der größten chromatischen Zahl eines endlichen Subgraphen des genannten Graphen. Ohne graphentheoretische Terminologie formuliert lautet die Frage:
Wie viele Partitionsklassen sind mindestens nötig, um die Isotopieklassen von Kurven auf einer gegebenen orientierbaren Fläche mit Geschlecht g und b Randkomponenten so einzuteilen, dass folgende Implikation gilt: Wenn zwei Isotopieklassen in derselben Partitionsklasse sind, dann haben sie positive Schnittzahl?
Einige Teilnehmer bestätigten mir, dass dies eine sinnvolle und nicht untersuchte Frage sei, aber diese Diskussion versandete leider bald. Im untypischen Spezialfall g=1 und b=0 (Torusoberfläche) ist das besagte 1-Skelett als Farey-Graph bekannt, und seine chromatische Zahl ist 3.
Das Trimester begann mit einer Zugfahrt in das verschneite Bergdorf Autrans in den französischen Alpen. Hier fand eine einwöchige Auftaktveranstaltung für das Trimester statt. Es gab Einführungskurse über Charaktervarietäten, Higgs-Bündel und hyperbolische Geometrie, außerdem Übungen dazu, und auch Barabende zum Kennenlernen. Meist zog ich das Arbeiten an meinen Wissenslücken den Barabenden vor.
Eine Woche später ging es mit dem Zug weiter nach Paris, wo am IHP im Quartier Latin das eigentliche Trimester stattfand. Am Institut gab es regelmäßige Kurse, Doktorandenseminare, und drei integrierte Konferenzen. Es stand mir wie anderen Doktoranden auch ein geteiltes Büro mit Schrank und Internet zur Verfügung, was das Arbeiten erleichterte, und wofür ich den Organisatoren dankbar bin.
Ich wohnte wie ein paar andere Teilnehmer in einem vom IHP vermittelten Appartmenthotel im 19. Arrondissement. Das hatte Vor- und Nachteile. Einerseits erforderte es ein anstrengendes Pendlerleben mit ca. 40 bis 50 Minuten für den einfachen Weg, je nach Wahl der Route: kurz und düster (mit Métro bis Gare du Nord, dann Umsteigen in das RER-Netz, darin dann unter der Seine weg, dann noch kurzer Fußweg); oder Umweg mit Lichtblicken (mit Métro bis über die Seine, dann in eine andere Métro-Linie, dann ein längerer Fußweg, dafür aber durch die Rue Mouffetard). Andererseits reduzierte dieser Wohnort Ablenkungen und Lebenshaltungskosten (so verdreifacht sich etwa der Preis einer Kiwi auf dem Weg vom 19. Arrondissement ins Quartier Latin), und in dem nahe gelegenen Parc des Buttes Chaumont ließ es sich gehen und laufen.
Während zwei Teilnehmer aus Australien und Südkorea, die zunächst im selben Appartmenthotel wohnten, sich schon bald vom IHP eine Unterkunft im Quartier Latin vermitteln ließen, blieb ich dem dix-neuvième bis zum Ende treu, und habe es fertig gebracht, drei Monate in Paris gelebt, aber weder Eiffelturm, noch Kaufhaus Lafayette, noch Mona Lisa, noch Musée d'Orsay besucht zu haben.
Als Umgangssprache in den Kursen und Vorträgen des Trimesters diente Englisch, was bei Teilnehmern von Japan über Korea, China und Indien bis Venezuela verständlich war, zur Pflege der französischen Sprache aber nur außerhalb des Trimesters Gelegenheit gab: Zeitungen, Kinos, Museen, Theater (z.B. gab das Théâtre du Nord-Ouest während des ersten Quartals das gesamte dramatische Werk von Giraudoux).
Es gab auch die Gelegenheit, Bourbaki-Seminare zu besuchen, worunter man sich heutzutage kein Seminar nach der üblichen Bedeutung, sondern von etwa hundert Personen besuchte öffentliche Vorträge (auf Englisch) eingeladener Mathematiker vorzustellen hat. Einmal verlor sich auf so einer Veranstaltung ein Englisch sprechender Besucher in einer Endloswortmeldung, was ironischerweise zur Folge hatte, dass während der Mann noch sprach, ich hinter mir Franzosen sich auf Englisch ein spöttisches "Just do it, just do it” zutuscheln hörte, bis schließlich einer der bekanntesten lebenden französischen Mathematiker diesem filibuster auf Französisch mit "Ce n'est pas une question." ein Ende setzte.
Ich wurde auch Zeuge eines mathematikhistorischen Ereignisses: I. Agol präsentierte während einer der drei in das Trimester integrierten Konferenzen in mehreren Vorträgen seinen letzten Schritt zu einem Beweis von Waldhausens seit vier Jahrzehnten unbewiesener “virtual Haken conjecture”; es war noch voller als sonst, Eingeweihte fotografierten und bloggten begeistert.


Peter Heinig

4. TopMath-Jahrgang (WS 2007/08)

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Vom 19.9.2011 bis zum 14.2.2012 war ich im Zuge des ERASMUS-Programmes für ein Semester an der ETH Zürich. Vor der Anreise habe ich abgesehen von der Wohnungssuche keine Vorbereitungen getroffen. Man hat die Möglichkeit sich zu einer Mentorgruppe anzumelden aber ich habe von meiner nie etwas gehört. Da die meisten Studenten allerdings für die Sprachkurse schon ca. 3 Wochen früher da sind habe ich auch die Kennenlernphase verpasst.
In Zürich eine Wohnung zu finden ist keine leichte Aufgabe und man sollte dafür mindestens einen Monat einplanen. Es gibt zwar Wohnheimplätze für Austauschstudenten, diese sind aber reserviert für Studenten aus Übersee. Darüber hinaus vermietet das dortige Studentenwerk (die sog. WOKO) WGs zu halbwegs bezahlbaren Preisen. Um da zum Zuge zu kommen sollte man regelmäßig das Wohnungsangebot im Internet kontrollieren und sich bereithalten kurzfristig zu einer Besichtigung nach Zürich zu fahren. Außerdem ist es hilfreich schon einen WG Partner zu haben da man sich immer als Gruppe bewirbt. Ich habe in einer solchen Wohnung zusammen mit einem anderen Studenten von der TU gewohnt und wir haben für unsere recht luxuriöse Wohnung 1195 CHF bezahlt.
Der Arbeitsaufwand für das Studium ist im Vergleich zur TU deutlich höher: In jeder Vorlesung müssen regelmäßig schriftliche Hausaufgaben abgegeben werden um zur Klausur zugelassen zu werden. Diese Aufgaben sind deutlich anspruchsvolle als etwa die Hausaufgaben in den meisten Vorlesungen der TU. Darüber hinaus wird meistens erwartet dass die Studenten nebenbei ein Buch lesen, auf dem die Vorlesung basiert. Ich habe vier Vorlesungen für 33 CP belegt und würde nicht empfehlen mehr als das zu machen. Außerdem darf man zu Beginn des Semesters nicht zu viel Zeit vergeuden während man sich verschiedene Vorlesungen anschaut da man schnell den Anschluss verliert. Ich habe das Studieren an der ETH sehr genossen weil alle meine Vorlesungen interessant und anspruchsvoll waren und von sehr kompetenten Professoren gelesen wurden. Anders als manchmal an der TU beziehen sich Vorlesungen stark auf einander und auf die Grundlagenvorlesungen. Nach dem Bachelor an der ETH haben die Studenten dort ein deutlich breiteres Spektrum an Vorlesungen gehört als das typischerweise an der TU der Fall ist und man sollte sich darauf einstellen hier Lücken zu haben. Die Voraussetzungen die im Vorlesungsverzeichnis angegeben werden muss man zwar nicht erfüllen (mir haben beispielsweise im Fach kommutative Algebra die Vorlesungen Algebra II und Topologie gefehlt) aber das bedeutet natürlich zusätzliche Arbeit. Klausuren sind dort grundsätzlich mündlich und während der Ferien. Gefragt werden dort eher Verständnisfragen zu Begriffen aus den Vorlesungen und die Zusammenhänge zwischen den Themen, teilweise allerdings auch detailliert Beweise. Meistens geben die Professoren während des Semesters oder am Ende genau an was man für die Prüfungen können muss.
Während dem Semester organisiert des ESN Zürich verschiedene Ausflüge und Veranstaltungen sowie jeden Mittwoch einen Barabend in wechselnden Lokalen. Ich habe davon hauptsächlich die Barabende mitgemacht, die recht lustig sind und wo man leicht Leute kennen lernt. Außerdem sind die Getränke eine bisschen günstiger. Die Ausflüge sind zwar recht teuer, es kostet aber sicher noch mehr wenn man privat hinfahren möchte. Die Schweiz ist insgesamt sehr teuer, und auch wenn sich die Kosten im Alltag bei sparsamer Lebenswesen in Grenzen halten muss man für jedes Extra tief in die Taschen greifen. Außerdem sollte man solche Touren möglichst früh machen, da die Arbeitsbelastung schnell sehr hoch ist, dazu unten mehr. Neben dem ESN bietet auch die VMP, die Fachschaft der Mathematiker, gelegentlich interessante und meistens kostenlose Events an, z.b. Glühweinabend, Feuerzangenbowle, Fondue,... Ende November findet der Polyball statt für dem man sich mit ein paar Stunden malen eine Gratiskarte verdienen kann. Ich kann jedem empfehlen das mitzumachen, Tanzkurse werden im Vorfeld vom ESN angeboten.
Mit den Austauschstudenten kann man sehr leicht Kontakte knüpfen, auch weil es relativ wenige sind und man sich bei den Events ständig über den Weg läuft. Um mit den Schweizern bekannt zu werden muss man auf jeden Fall die Initiative übernehmen, dann sind sie jedoch sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Ich habe zu Anfang fast nur andere Austauschstudenten gekannt, das hat sich aber im Verlauf des Semester geändert da in den Vorlesungen fast nur Schweizer sitzen. Außerdem pendeln sie mehrheitlich und so gibt es kaum feste Gruppen.
Zürich ist in diesem Jahr teuerste Stadt der Welt geworden, was sicher kein Austauschstudent bezweifeln wird. Es gibt zwar die Möglichkeit zum Einkaufen nach Deutschland zu fahren aber das lohnt sich nur wenn man länger als ein Semester da ist und also die Sparangebote der SBB wahrnimmt. Da die Wohnungen der WOKO sowieso leer sind empfehle ich beim Umzug gleich eine Menge Vorräte mitzunehmen. Vorsicht aber beim Zoll, den betreiben die Schweizer sehr ernsthaft. Studenten fahren im Nahverkehr für 57 CHF pro Monat, was immerhin günstiger ist als in München, dafür gibt es aber bloß Trams und Busse. Unter der Woche isst man am billigsten in der Mensa wo man für 5-9 CHF sehr gutes und reichliches Essen bekommt. Lebensmittel gibt es am billigsten bei Aldi oder Lidl. Ich habe im Durchschnitt ca. 600 CHF pro Monat ausgegeben, habe damit allerdings recht genügsam gelebt. Insbesondere habe ich nicht viel Geld fürs weggehen ausgegeben da es sich am Wochenende ohnehin niemand leisten kann (auch die Schweizer Studenten nicht) und da mittwochs ohnehin der Barabend war. Es ist eher üblich sich bei den Leuten daheim zu treffen und dort zu feiern.
Vor Beginn meines Aufenthalts habe ich mir eine anspruchsvolle Universität vorgestellt wo ich etwa wie an der TU studieren kann und dass ich am Wochenende die Schweiz erkunde. Tatsächlich war der Zeitaufwand fürs Studium deutlich höher als geplant, trotzdem hat mir gerade das Studieren dort sehr viel Spaß gemacht hat. Ich habe dort viele nette Leute kennen gelernt und bin mit vielen auch noch in Kontakt. Kulturell war es interessant die Schweiz mal intensiv kennen zu lernen auch wenn die Unterschiede zu Deutschland eher im Detail liegen. Es gibt einiges zu sehen und besonders Ausflüge in die Berge gehören zu den Höhepunkten. Der Fokus liegt aber eindeutig auf dem Akademischen, der soziale und kulturelle Anteil ist eher Beigabe.

Stefan Junk

8. TopMath-Jahrgang (WS 2011/12)

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Das Wintersemester 2011/12 begann für mich nach langem Warten auf eine Zusage der „École polytechnique Paris“ eigentlich schon am 18.August 2011 mit der Anreise nach Palaiseau.
Die ersten Tage oder eigentlich eher Wochen werden ziemlich treffend von „Kampf mit der Bürokratie“ beschrieben, wobei parallel die Vorlesungen und Übungen begonnen haben. Das Niveau der Lehrveranstaltungen schien mir insgesamt eher über dem zu liegen, das ich von der TU München gewohnt bin und der Lehrbetrieb weist deutliche Unterschiede auf. Interessanterweise fehlten mir, obwohl ich Mathematik studiere, keine Vorkenntnisse um der Kontinuumsmechanik Vorlesung zu folgen, da diese wesentlich theoretischer und mathematischer war, als eine vergleichbare Vorlesung in Deutschland wäre. Der Lehrbetrieb insgesamt, geprägt von Anwesenheitspflicht, hat mich eher an Schule als an Universität erinnert. Wohingegen die Stoffdichte in den Vorlesungen wesentlich höher war als in München, das heißt ein größerer Anteil des Zeitaufwandes entfiel auf die Nachbereitung des Stoffes.
Vor allem vom Sport an der Ecole Polytechnique bin ich sehr begeistert. Für alle außer den Austauschstudenten gehört eine Sportart, dreimal die Woche, verpflichtend zum Stundenplan. Ich habe freiwillig daran teilgenommen und dabei das Rudern lieben gelernt. Als blutiger Anfänger habe ich Ende August begonnen und ich wurde schnell in das nette Team, bestehend aus 24 Jungs, integriert. Gerne habe ich dann das Angebot meiner Mannschaft auch ihre Küche mitzubenutzen angenommen, wodurch ich schnell Kontakte zu vielen französischen Kommilitonen knüpfen und viel französisch sprechen konnte. Durch den See auf dem Universitätsgelände und dank des milden Winters, hatte ich das Glück viele Trainingseinheiten auf dem Wasser zu verbringen. Gegen Ende meines Aufenthaltes durfte ich sogar mit dem Sportclub der Ecole Polytechnique an zwei Rennen teilnehmen. Denn so konnten wir einen weiblichen Vierer mit Steuermann bilden. Die 25km Ruderregatta wird für mich auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis bleiben, denn bei Langstreckenrennen spielen vor allem Teamzusammenhalt und Motivation eine große Rolle, wenn alle an ihre Grenzen gehen.
Was den nicht-fachlichen Teil betrifft, war für mich der größte Unterschied, verglichen mit meinem Studium in München, dass die Ecole Polytechnique eine Campusuniversität ist. Das heißt zum einen entfielen sämtliche Wege zwischen Zimmer, Universität und Sport und zum anderen sieht man auch abends und am Wochenende seine Kommilitonen wieder. Abends wurden, von Gruppen von Studenten, den sogenannten „Binets“, die verschiedensten Aktivitäten angeboten. Dieses Angebot habe ich gerne wahrgenommen. Unter anderem habe ich Rock und Tango Argentino tanzen angefangen und im X-Circus jongliert.
Auch von einem Binet, dem Binet Aviron, wurde ErgometriX organisiert. Dies ist ein Wettkampf in Mannschaften auf Rudergeräten, die durch Slides verbunden sind. Die Slides sorgen dafür, dass es, wie auch auf dem Wasser, wichtig ist, dass die Mannschaft im gleichen Rhythmus ist. Dort habe ich zum einen in den verschiedenen mixed Kategorien teilgenommen (zum Teil mit einer anderen Universität gemischt) und zum anderen beim Abbau geholfen.
Insgesamt habe ich interessante Lehrveranstaltungen auf sehr hohem Niveau und viele sehr nette Kontakte geknüpft sowie mein französisch verbessert.

Julia Wenzel

8. TopMath-Jahrgang (WS 2011/12)

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