TUM erleichtert G8-Abiturienten den Einstieg ins Mathe-Studium

Schülertag 2014
Im Hörsaal: Rekord an Studien- interessierten am Schülertag 2014 (Foto: TUM/K. Rasp)

25.4.2014, Studium


Als erste Universität bietet die TUM zum Wintersemester 2014/15 einen auf die Schülerinnen und Schüler des G8 abgestimmten Einstieg in das Studium der Mathematik an. Studienanfänger müssen nicht wie sonst üblich den Stoff des früheren G9-Leistungskurses Mathematik in arbeitsintensiven Vorkursen nachholen, sondern können sich voll auf das neue Studium und Studentenleben konzentrieren.

Studienanfänger der Mathematik mussten sich schon immer auf eine andere Art von Mathematik einstellen als die aus der Schule bekannte. Der Wegfall von Leistungskursen und die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre (G8) haben den Einstieg in das anspruchsvolle Studium nicht einfacher gemacht. Eine Umfrage unter 1000 Mathematik-Studierenden an der TUM bestätigt: Heutige Studienanfänger haben deutlich mehr Schwierigkeiten als frühere.

An vielen Universitäten orientieren sich die Lehrpläne in den ersten Semestern immer noch an den mathematischen Fertigkeiten von Abiturienten des ehemals neunjährigen Gymnasiums (G9). Diese Diskrepanz ist der Grund, dass derzeit immer längere und aufwendigere Mathematik-Vorkurse für Studienanfänger angeboten werden.

Die TUM geht vom Wintersemester 2014 an einen anderen Weg

In einer bisher in Deutschland einmaligen Reform passt sie das erste Studienjahr im Mathematik-Bachelor den Umständen heutiger Studienanfänger an. "Viel Wissen innerhalb kürzester Zeit in einem Vorkurs eintrichtern, funktioniert nicht", erklärt Dekan Prof. Gero Friesecke. "Wir werden bei Studienanfängern künftig nur noch Wissen aus dem G8-Lehrplan voraussetzen, sodass sie im ersten Jahr mehr Zeit haben, sich auf die wichtigen Grundlagen zu konzentrieren. Der Fokus im ersten Studienjahr lag bisher auf theoretischen Konzepten und konnte auf die im G9 vermittelten Rechenfertigkeiten und anschaulichen Vorstellungen aufbauen. Im reformierten ersten Studienjahr werden nunmehr alle drei Richtungen simultan entwickelt."

Nicht nur inhaltlich, sondern auch didaktisch gibt es Neuerungen

Bei der Verbesserung der Lehrkonzepte steuerte Prof. Kristina Reiss vom Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik an der TUM School of Education wesentliche Impulse bei. Eine verstärkte Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden sowie das Ersetzen passiver durch aktive Lernformen soll den Bedürfnissen der nunmehr bis zu zwei Jahre jüngeren Studierenden entgegenkommen. So werden die in der Lehrerbildung entwickelten "Ergänzungen" in Zukunft die bisher im Plenum gehaltenen "Zentralübungen" ersetzen; der Vorlesungsstoff kann in kleinen Gruppen je nach Bedarf und Interesse der jeweiligen Gruppe unter aktiver Beteiligung aller ergänzt, vertieft oder wiederholt werden. Besonders motivierte oder begabte Studierende bekommen die Chance, den Lernstoff in der Gruppe auch auf komplizierte oder weiterführende Fragestellungen anzuwenden, wovon sie selbst und ihre Kommilitonen zusätzlich profitieren. Alle Studierenden werden darüber hinaus schon im ersten Studienjahr Kurzvorträge in enger Anlehnung an den Lernstoff halten. Durch diesen Perspektivenwechsel erhalten sie früh ein Gefühl dafür, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, und ob sie den Stoff mehr als nur oberflächlich beherrschen. Diese Idee wird seit einigen Jahren in dem Orientierungsstudiengang studium naturale erfolgreich praktiziert.

Für Studienanfänger wird weiterhin ein Vorkurs Mathematik angeboten

Anders als an vielen Universitäten ist die Teilnahme aber nicht Voraussetzung für einen erfolgreichen Studienbeginn; fachlich wird nur der G8-Abiturstoff (gemäß Lehrplänen des Bundeslandes Bayern) wiederholt. Stattdessen können die Studienanfänger sich schon an den Unialltag und die neue Umgebung gewöhnen sowie zukünftige Kommilitonen kennenlernen. Oft finden sich dabei Arbeitsgruppen zusammen, die auch in den ersten Semestern so bestehen bleiben.

Pünktlich zur Bewerbungsphase wurde das neue Informationsportal zum Bachelor-Studiengang gestartet. Studieninteressierte, Lehrer und Eltern können sich so einen Überblick über das Profil und die Vorteile des Mathematik-Bachelors an der TU München verschaffen.

Kontakt:

Dr. Simone Kaniber
Koordinatorin Bachelor
Tel.: +49.89.289.17597
E-Mail: kaniber@ma.tum.de

Redaktion

Julian Baumann / Prof. Gero Friesecke
Hinweis: Dieser Artikel erscheint ebenfalls in TUMCampus 2/2014

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