Walther von Dyck

1884 - 1934 Ordinarius an der der Technischen Hochschule München

von Dyck

Walther von Dyck (1856-1934)

Walther Dyck, seit 1901 Ritter von Dyck, wurde 1884 von Leipzig an die TH München berufen. Dyck studierte bei Felix Klein in München, arbeitete später als dessen Assistent an der TH München und folgte Klein nach Leipzig. 1879 hatte er an der Universität München unter Gustav Bauer und Ludwig Seidel promoviert.

Die Entwicklung der TH München bis 1934 wurde entscheidend von Dyck mitgeprägt, davon viele Jahre (1903-1906 und 1919-1925) als Rektor. Er war langjähriger Mitherausgeber der Mathematischen Annalen und in vieler Hinsicht Mitbegründer des Deutschen Museums. 1893 organisierte er die Münchner DMV-Tagung. Wir verdanken seinen Aufzeichnungen tiefe Einblicke in die Jahre der Gründung der Hochschule.

Dyck erkannte sehr wohl die Grenzen der mathematischen Leistungsfähigkeit des Gros der Ingenieurstudenten, aber er stellte seine Vorlesungen darauf ein. Walther von Dyck war bis zu seinem 77. Lebensjahr, 49 Jahre lang, Inhaber seines Lehrstuhls an der TH München. 1887 gelang es Walther Dyck, den Lehrbetrieb in der Darstellenden Geometrie zu reformieren. Unterstützt wurde Dyck dabei von Ludwig Ernst Hans Burmester (1840-1927), Professor für Darstellende Geometrie und Kinematik.

Von Dyck setzte sich bereits um die Jahrhundertwende für die Immatrikulation von Studentinnen ein und wurde 1931, nach Felix Klein und Aurel Voss, in den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst aufgenommen. Von Dyck war der 11. Ordensträger im Fach Mathematik, 1. Ordensträger war 1853 Carl Friedrich Gauß. Seit Stiftung des Ordens durch König Maximilian II. 1853 sind etwa 350 Persönlichkeiten aus allen Gebieten der Wissenschaft und Kunst mit dem Orden ausgezeichnet worden.

Details zu Walther von Dyck aus der Geschichte der TH München.

Aufzeichnung eines Gesprächs mit der von Dyck-Enkelin Hertwig-Köppel am 17.3.2000

Über WALTHER VON DYCK sagte Rudolf von Miller in einem persönlichen Gespräch mit Prof. F.L. Bauer am 5. Februar 1990:
"Ich habe mein Studium angefangen im Jahre 1919, Dyck und Finsterwalder habe ich noch gekannt und ich habe sie sehr gerne gemocht. Dyck war damals noch Rektor und wir haben ihn alle sehr verehrt, sehr geliebt, und ich erinnere mich, dass er für mich eigentlich das Bild der Vornehmheit war – schon wie er angezogen war, wie er zum Katheder kam, wie er seinen Gruß gegeben hat – und seine Sprechweise, seine Diktion war wirklich ein Genuss. Und während doch manchmal die Studenten ein bisserl, also sagen wir renitent waren – bei Dyck hat es das nicht gegeben, bei Dyck war jeder sofort dabei und verstand, dass das eine Persönlichkeit ist, der man mit größtem Respekt begegnen muss.
Zu verstehen war Dyck manchmal schwer – da muss ich sagen, dass ich bei Faber mehr von der Mathematik hatte – aber was er sagte, war Evangelium für uns."
 

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