Felix Klein

1875 - 1880 Ordinarius an der der Technischen Hochschule München

von Dyck

Felix Klein (1849-1925)

Im August 1874 verstarb nach langer Krankheit der Professor für Mathematik, Otto Hesse. Als dessen Nachfolger wurde nach einem internen Machtkampf 1875 der 25jährige Erlanger Professor Felix Klein (1849-1925), Schüler von Alfred Clebsch in Göttingen und von Julius Plücker in Bonn, berufen, der kurz vorher durch sein Erlanger Programm berühmt geworden war, das die Gruppentheorie zu einem Ordnungsprinzip der Geometrie machte.

Eine zweite, auf Grund des großen Frequenzanstiegs an der TH München eingerichtete, von Klein nachhaltig geforderte Professur wurde 1875, gegen den Willen von Bauernfeind, mit Alexander Wilhelm Brill, später von Brill (1842-1935), von der TH Darmstadt kommend, besetzt. Klein und Brill führten von 1875 bis 1878 eine vollständige Reorganisation des mathematischen Unterrichts an der TH München durch: Die bisher getrennt abgehaltenen Vorlesungen über Differential- und Integralrechnung und über Analytische Geometrie wurden zu einem viersemestrigen Vorlesungszyklus über Höhere Mathematik zusammengefaßt. Für die Übungen wurden (vermutlich erstmals) Übungsblätter ausgearbeitet.

Klein und Brill betonten die Notwendigkeit anschaulicher Methoden im Unterricht. Unter ihrer Ägide wurde auch das Mathematische Institut eingerichtet als Heimstätte für eine vor allem von Brill betreute umfangreiche Sammlung von geometrischen Gipsmodellen und graphischen Darstellungen, mit einer Werkstatt, einem Etat von 300 fl und einer Handbibliothek.

Jedes Semester boten Klein und Brill mathematische Spezialvorlesungen und Seminare an. Damit zogen sie auch nichtbayerische Studenten an, darunter Luigi Bianchi (1856-1928), Gregorio Ricci-Gurbastro (1853-1925), Adolf Hurwitz (1859-1919), Hermann Wiener (1857-1939), wie auch die noch zu erwähnendenen bayerischen Studenten Anton Edler von Braunmühl, Joseph Gierster, Karl Rohn und Walther Dyck. Durch die Tätigkeit von Klein und Brill wurde "aus der mathematischen Provinzstadt [München] für wenige Jahre ein Zentrum mathematischer Forschung und Lehre in Deutschland" (Ulf Hashagen).

Besonders Klein pflegte eine enge Zusammenarbeit mit Fachvertretern der Ingenieurwissenschaften, auch durch Schaffung des Mathematischen Kränzchens, das erst die Nationalsozialisten abwürgten. Im Jahre 1905, lange nach seinem Weggang aus München, wurden seine Leistungen mit der Verleihung des Grades Dr.-Ing. h.c. von der TH München gewürdigt. Klein schrieb: "Überhaupt habe ich mich in München nach den Vorbereitungsjahren in Erlangen zur eigentlichen mathematischen Individualität durchgearbeitet". 1898 wurde Felix Klein in den bayerischen Maximiliansorden aufgenommen.

Nachfolger von KLEIN, der 1880 einem Ruf nach Leipzig gefolgt war, wurde JAKOB LÜROTH und ab 1884 WALTHER VON DYCK (1856-1934), ein Schüler KLEINs. DYCK prägte die Entwicklung der TH fast fünfzig Jahre lang, allein zehn Jahre lang als Rektor der Hochschule. Er lehrte 100 Semester bis zu seinem 77. Lebensjahre, war langjähriger Mitherausgeber der Mathematischen Annalen und Mitbegründer des Deutschen Museums.

Vita Felix Klein Pfeil
 

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